Andreya Triana – “Lost Where I Belong”

Sie kommt aus der Clubmusik, jetzt legt die Sängerin Andreya Triana ihr Debütalbum vor – schwerblütige Musik zwischen Jazz, Folk und Soul. Rilke würde dazu sagen: Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß.


Als vor drei Jahren der Titel „Tea Leaf Dancers“ von Flying Lotus erschien, staunte die Hip-Hop- und Techno-Szene nicht schlecht über die progressiven Rhythmuseskapaden von Steven Ellison. Dass das Stück als Meisterwerk gefeiert wurde, lag aber nicht nur am unkonventionellen Umgang des Break-Beat-Esoterikers aus Los Angeles mit Sampler und Schlagzeugcomputer, sondern war mindestens zu gleichen Teilen dem betörenden Frauengesang geschuldet, der trotz oder vielleicht gerade wegen seiner leicht heiseren Brüchigkeit ein wohltuendes Gegengewicht zur metallischen Kälte des Klangkonzepts bildete. Diese fragile wie prägnante Stimme gehörte Andreya Triana, die mit „Lost Where I Belong“ nun ihr Debüt vorlegt.
Auch wenn die in Brighton lebende Sängerin und Komponistin im Umfeld der elektronischen Clubmusik zu Bekanntheit gelangte, sind diese Wurzeln auf ihrem Erstling nicht zu spüren. Simon Green alias Bonobo, für den Triana ebenfalls schon einmal zum Mikrofon gegriffen hat, revanchierte sich, indem er sich nun für sie hinters Mischpult setzt. Mit Samples und Liveinstrumenten hat er Triana eine Grundlage geschaffen, das sich irgendwo zwischen Soul, Jazz und Folk verorten lässt. Wie von Green nicht anders zu erwarten, enthalten die neun Stücke zwar auch tief tönende Bässe und rumpelnde Rhythmen; kennzeichnend ist jedoch, dass sparsam besetzte Strophen sich mit atmosphärischen Streichern und wuchtigen Bläsern im Refrain abwechseln. Dieses kontrastreiche Wechselspiel entpuppt sich als ideale Umgebung, in der sich Trianas feinkörnige, zuweilen kurzatmige, aber dennoch immer geschmeidige Alt-Stimme entfalten kann……

                           Lost

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