Brownout – Kochender Soulfunk mit Latino-Seele

Kurzbeschreibung

Kochender Soulfunk mit Latino-Seele

Die Zeiten des konfektionierten Souls und der glatten R&B-Sounds sind endgültig vorbei. Der raue Funk, der wirklich seelenvolle Soul drängen auch mit neuen Bands ins Hörbewusstsein. Was Retro war, wird progressiv – und kaum zeigt sich dies irgendwo so überwältigend, wie im Sound des Oktetts Brownout aus dem texanischen Laredo. Die zeitweilige Backing Band von niemand geringerem als Prince klingt in der Tat, als würde die Entourage des Godfathers of Soul mit den Heroen des kalifornischen Chicano-Rock eine fulminante Party feiern. Hitzige Gitarrenriffs, pneumatischer Bassdruck und zupackende Drums legen eine funky Konsole hin für einen massiven Bläsersatz von Baritonsax über Posaune bis Trompete, der trotz aller Wucht noch flexibel und virtuos bleibt. Gewürzt mit feinfingrigen Conga-Attacken sorgen irrlichternde Orgeln und cinematische Streicher für flirrende Psychedelik-Atmo, und die spanischen Vocals entführen wahlweise in ein East Harlem aus dem Jahre 1968 oder ins hippie-eske Kalifornien. Bei alldem wirken die Ideen dank ausgereifter Arrangierkunst bis hinein in die Streicherabteilung sehr zeitgenössisch. Mit ihrem zweiten Werk schieben Brownout die Tugenden der wilden Sechziger und psychedelischen Siebziger von New York über Texas bis zur Bay Area mit einem überwältigenden Bigband-Sound in die Zukunft.

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