Das multinationale Musikerkollektiv Chicha Libre aus New York veröffentlicht sein neues Album „Canibalismo“

Dem Album zugrunde liegt die Chicha, ein nach einem Maisschnaps benannter Musikstil, der in den späten 60er Jahren in Peru entstanden ist und Surfgitarren mit Regenwald-Psychedelia, Andenklängen und Cumbia verbunden hat.
Getreu dem Motto von Olivier Conan, dem in Frankreich geborenen Mastermind der Band: „Young Latin bands today, like chicha’s stars and like early rock innovators, cannibalize everything around them. They aren’t slaves to codes“, verbinden auch Chicha Libre auf sehr unkonventionelle Weise Old School Rock mit Percussiongewittern, Mellotronen und Beats aus ganz Südamerika und abgedrehten Texten.
So bewegt sich die Band z.B. im Song „Ride of the Valkyries“ zwischen einer rauen Cumbia-Version inklusive dubbigen Grooves, Surfgitarre und schrulligem Keyboard auf den Spuren von Richard Wagner oder sinniert über oft falsche Nostalgie nach den guten alten Tage („L’Age d’Or“), während sie gleichzeitig anhand von altem Analog-Equipment einen genialen Retrosound erzeugt. Sie schwelgt in üppigen, abgefahrenen Cumbias („La Danza del Milionario“), um dann mit einem funkigen Tribut mit Latin-Touch dem Mathematik-Genie des 19. Jahrhunderts Carl Friedrich Gauss zu huldigen („Number Seventeen“) oder sich vor dem Erfinder einer sehr populären psychedelischen Droge zu verbeugen („Lupita en la Selva y el Doctor“).
    

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