Von Island aus setzt in diesem Herbst eine Band zum Sprung auf das europäische Festland an, die es in sich hat: Die Samúel Jón Samúelsson Big Band.
Seit den Aschewolken des Eyjafjallajökull hat nichts mehr so viel Staub aufgewirbelt, wie diese knapp zwanzigköpfige Formation aus Reykjavik. Ihr brodelnder Afrofunkbigbandjazz ist knietief im klassischen Funk von James Brown verwurzelt, groovt druckvoll wie Fred Wesley und ist schweißtreibend wie Fela Kutis Afrobeat-Nächte in Lagos’ legendärem „Shrine Club“. Seine scharfen und komplexen Bläsersätze verweisen auf Kultbands wie Brass Construction, Kool & The Gang, Earth, Wind & Fire und Tower Of Power.

Bei ihrem ersten Deutschlandauftritt im Rahmen der Bremer Jazzmesse Jazzahead rissen die Nordmänner selbst abgebrühte Kritiker und Insider buchstäblich von den Stühlen und bewiesen, dass der beste Jazz immer noch der ist, zu dem man tanzen kann.
Konzert-Ausschnitte auf YouTube zeigen, welche Power und Spielfreude in dieser Band steckt:


 

Obwohl ein reines Instrumentalalbum kann man „Helvítis Fokking Funk“ durchaus als ein politisches motiviertes Werk verstehen. Der Albumtitel spielt auf den Schlachtruf vieler Isländer an, der ihre Ohnmacht ausdrückte, angesichts der von Banken und Politik verursachten Finanzkrise im Jahr 2008: „Helvítis fokking fokk“, bedeutet übersetzt „Hell Fucking Fuck“.
 
Übrigens:
Der Longplayer „Helvítis Fokking Funk“ wurde in der Kategorie BLACK für den deutschen Schallplattenpreis nominiert.

Hier ein paar Hörproben:

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