Johnny Guitar Watson – Music Hall In Concert 1993 (komplettes Konzert auf youtube)

Der TV-Mitschnitt aus dem Jahr 1993 zeigt die Qualitäten des Texaners, der wie kein zweiter Funk und Blues miteinander verband.

Johnny Guitar Watson war vor allem ein Musicans‘ Musician, also ein Musiker, der vor allem von seinen Kollegen gefeiert und verehrt wird. Doch in den 70er-Jahren hatte er mit Songs wie „Superman Lover“ oder „Gangster Of Love“ echte Hits, die ihm auch einem großen Publikum bekannt machten. Dabei fing die Karriere des 1935 in Houston, im US-Bundesstaat Texas, geborenen Musikers bereits in den 50er-Jahren an, als er in der Band von seinem texanischen Landsmann Albert Collins erstmals für Furore sorgte. 1962 gelang ihm dann mit „Cuttin‘ It“ sein erster Nummer-eins-Song in den R&B-Charts, während seine große Stunde dann in den 70ern kommen sollte. Aber auch in den 80ern hatte er immer wieder Hits wie „Strike On Computers“, bevor er sich in den 90er-Jahren anschickte, noch einmal ein ganz großes Comeback zu feiern. In diese Zeit fiel dann auch sein Besuch in den Studios des Hessischen Rundsfunks, der 1993 für seine Live-Reihe „Music Hall In Concert“ einen Auftritt von Watson mitschnitt. Im knallblauen Anzug beeindruckte er nicht nur durch eine mitreißende Show, eine fantastische Band und den engen Kontakt mit dem Publikum, sondern auch durch eine unnachahmliche Art, die Gitarre zu spielen. Das fängt schon damit an, dass er sie abweichend von der üblichen Weise nur über eine Schulter hängt und ihr dann wie die alten Blues-Meister nur mit dem Fingern, ohne Plektrum, die wohl funkigsten Töne entlockt, die je aus der Blues-Tradition gekommen sind. Tragisch ist, dass Watson drei Jahre nach diesem Konzert in Japan während einer Tournee einem Herzinfarkt erlag.

                   

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