Mr. Day – Small Fry

Mr. Day ist in vielerlei Hinsicht bekannt: sowohl als Sänger der französischen Jazz-Kombo Metropolitan Jazz Affair, als Frontsänger der Dynamics, für seine Elektro-Soul-Platten, die vom Indielabel Rotax herausgegeben wurden, als auch für seine großartige Mitarbeit an Produktionen vonBoozoo BajouPatchworks und Mr. President. Im März 2010 erscheint bei Favorite Records endlich Small FryMr. Days erstes und langerwartetes Solo-Album.

Bereits der erste Track macht deutlich, was die Platte zu bieten hat: Tears Of Joy klingt, als würden The Who eine Hommage an Smokey Robinson spielen. Das ist die Richtung, die Mr. Day mit Small Fry einschlägt: reine Soul-Musik, die manchmal unglaublich sanft, an anderer Stelle wiederum aufgewühlt und ungeschliffen daherkommt, jedoch stets mit der für Mr. Day einmaligen Eleganz, die ihn zum britischsten aller französischen Dandys macht.
Die Tracks beeindrucken mal mit Sanftheit – That’s How I Feel About You ist eine unwiderstehliche Ballade, mal mit Spannung – Tears Of Joy und Heaven Knows sind beide eine perfekte Mischung aus Power und Melodie, und Songs wie Precious und Soul On Wax sind Beweis für Mr. Days großes Songwriter-Talent – wie zuvor schon Motown-Größen fesselt auch er die Zuhörer mit authentischer Soulmusik. Die drei Coverversionen des Albums gleiten über von elegantem Pop mit Dusty Springfields Spooky, zu wildem Southern Soul mit Sebastian Williams Get Your Point Over bis schließlich sogar zu Glamrock in T Rex‘ Get It On, welches hier mit seinem Westküsten-Sound an Steely Dan erinnert. Both Sides schließlich, eine ansteckende Folkballade auf den Spuren Nick Drakes und John Martyns, ist ein wundervoller Abschluss dieses wundervollen Albums.

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