SOMI – If the Rains Come First

 

Somi - CD Release event at LPR in NYC

 

„Als Somi heranwuchs, erzählte ihr die Mutter, dass man nie vorhersehen könne, ob der Regen Segen oder Fluch über das Land bringe.“ So beginnt nicht etwa die Erzählung über ein kleines Mädchen irgendwo in Afrika, sondern der Pressetext, der die Veröffentlichung von „If the rains come first“ begleitet – dem dritten Album von Somi, das – soviel vorweg genommen – große Neugier auch auf die beiden vorigen CDs weckt.
Es entsteht nämlich das Gefühl, etwas verpasst zu haben, und man fragt sich, weshalb man jahrelang auf ein – letztlich enttäuschendes Comeback von Sade wartete, während Somi längst in deren Fußstapfen getreten war. „If the rains come first“ verdichtet nämlich all die faszinierenden Zutaten, mit denen Sade in den 1980er Jahren fast zu einem Mythos der Clubszene wurde.
Auch die Biografien der beiden Frauen weisen Parallelen auf. Wie Sade hat auch Somi afrikanische Eltern (Ruanda und Uganda), doch während Sade in Großbritannien groß wurde, wurde Somi in Illinois geboren; ihre frühe Kindheit verbrachte sie aber in Sambia.
Diese Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Welten prägen auch ihre musikalischen Vorlieben. Den hypnotisierenden Sound des Afrobeat verarbeitet sie ebenso wie Blues, Folk, Jazz und Soul. Mit samtweicher Stimme und luftigen Arrangements, zu denen mal Bläser, mal eine Gitarre und immer raffinierte Percussionloops gehören, erzeugt sie die Atmosphäre einer lauen Sommernacht, wärmend und angenehm harmonisch, aber immer mit spannenden Elementen, die aufhorchen lassen.
Ähnlich bunt wie ihre eigene Herkunft ist auch die Truppe ihrer musikalischen Begleiter, darunter nicht nur der südafrikanische Jazz-Trompeter Hugh Masekela, sondern überraschend auch Pink Floyd-Gitarrist David Gilmoure. Großartig sind auch die Läufe von Pianist Toru Dodo – gemeinsam bringen die Musiker den Klang ihrer Instrumente im Zusammenspiel mit Somis einschmeichelndem Gesang zum Fließen. Durchaus möglich, dass es in der warmen Atmosphäre dieses Albums Regen gibt, doch in diesem Fall bringt er zweifelsohne Segen.

Quelle:
http://www.cd-kritik.de/kritiken/cd/sletta-tarpan.htm

Uwe

aka SOULGURU // straight outta Coburg (Oberfranken) // wohnhaft in der Nähe von Stuttgart // Jahrgang 61 // musikbegeistert seit früher Kindheit // hauptberuflich in leitender Stellung als Logistiker tätig // Vater von 2 Söhnen // Musik-Blogger seit 2009

Kommentar verfassen