Der sich über mehr als drei Jahrzehnte erstreckende musikalische Erfolg von Tiken Jah Fakoly ist auf vier Eckpfeilern begründet, deren Fundament für seinen klaren und kompromisslosen Reggae steht und sich ebenso klar und unmissverständlich in den Texten des beliebten afrikanischen Musikers widerspiegelt. Sei es als Verteidiger der Unterdrückten oder als steter Daumen in der Wunde der von ihm benannten Tyrannen.
Schon zu Beginn der 90er Jahre, mit seiner ersten Band ‚Djélys‘ in Odienné, einer Stadt im Nordwesten der Elfenbeinküste, fiel Tiken Jah mit seiner tiefen, eindringlichen Stimme auf.
Ein großer Erfolg und der erste der starken Eckpfeiler war jedoch sein in Abidjan entstandenes Debut Album „Mangercratie“ (1999). Es erschütterte sowohl die lokale Reggae-Szene, vor allem aber auch die Machthaber, die dekadente Oberschicht, die „alten Fressäcke“, wie er sie betitelte, die die Zeichen der Zeit ignorierten und sich an die Macht klammerten.
Den zweiten Grundstein legte er in Paris, dem zentralen Nerv Frankreichs, mit seinem dritten Album „Françafrique“ (2002), einem Begriff, der informell für das – wie Tiken Jah in seinen Texten anprangerte – antiquierte politische System Frankreichs und dessen mafiöse Strukturen steht.
Im selben Jahr wurde sein Land, die Elfenbeinküste, von einem Bürgerkrieg zerrissen. Seine Landsleute hatten „den Verstand verloren“, wie er es schon zuvor in einem seiner Liedtexte prophezeit hatte. Fakoly suchte Unterschlupf in Bamako, ohne sich jedoch wie ein Flüchtling zu fühlen, denn „Africa is united“, wie er schon immer verkündet hatte.
In Bamako legte er mit dem treffend benannten fünften Album „L‘Africain“ (2007) den dritten Eckpfeiler, gefolgt von dem vierten Eckpfeiler, dem großartigen „African Revolution“ (2010), seinem siebten Album, welches das endgültige Fundament bildete: Ein revolutionärer Schrei, ein direkter politischer Aufruf, der sich in den bloßen, schlichten Reggae-Rhythmen entlädt, unangekündigt und dafür umso schöner und machtvoller.
Sein elftes und neuestes Album „Braquage de pouvoir“ (Raub der Macht) setzt diesen Weg fort. Das Album trifft den Nerv auf den Punkt, denn es begnügt sich nicht damit, Tiken Jahs musikalische und politische Errungenschaften zusammenzufassen, sondern offenbart in Gänze das Wesen des fakolianischen Stils – ein Adjektiv, das wir zu erfinden wagen, so wie Tiken Jah Fakoly es wagte, diese starken Pfeiler zu erschaffen.
 

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