Der Dresdener Musiker Alphonzo hat eine Single veröffentlicht, die die Corona-Krise aus einer anderen Perspektive beleuchtet als die üblichen Quarantäne-Songs:

Frühling 2020. Ganz Europa befindet sich im Lockdown. Ein „unsichtbarer Feind“ lässt die Welt in soziale Distanz treten. Mit Videotelefonie und Quarantäne-Tracks halten wir uns bei Laune und warten auf bessere Zeiten. Social Distancing im „Turm aus Elfenbein“. Währenddessen kentern auf dem Mittelmeer Boote mit Geflüchteten – und Europa sieht zu. Auf der griechischen Insel Lesbos, im Flüchtlingscamp Moria, vegetieren fast 24.000 traumatisierte Menschen unter den unwürdigsten Umständen und ohne irgendeine Perspektive vor sich hin. Abstand halten, Hände waschen? Zu sechst in einem kleinen Zelt kaum möglich. Die Geflüchteten dort „fürchten ein Massensterben bei einem Corona-Ausbruch“, titelte der Tagesspiegel vergangene Woche. Und Deutschland? Feiert sich dafür, nach wochenlanger Untätigkeit rund 50 unbegleitete Flüchtlingskinder aufzunehmen. Parallel dazu werden auf kurzem Dienstwege Erntehelfer unter widrigen Bedingungen aus Rumänien akquiriert, um den guten deutschen Spargel zu retten.

In seinem neuen Song reist der Dresdener Rapper und Produzent in die Zukunft, um von dort aus auf die jetzige Zeit zurückzublicken. Was, wenn wir nicht handeln und weiter tatenlos bleiben? Der Ausblick ist ernüchternd: Soziale Distanz ist bei uns nicht räumlicher, sondern vor allem moralischer Natur. Denn gerade in Zeiten der Krise wird deutlich, was wir für Menschen sind – und wie unser Selbstbild als humanitäre Werteunion Europa in tausend Scherben zerfällt ……
 

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Die gesamten Einnahmen aus Streams und Downloads von ‚Memento Moria‘ werden von Alphonzo an das Projekt Seebrücke gespendet. Dieses setzt sich, unter anderem mit der Aktion #LeaveNoOneBehind , für eine Evakuierung der Geflüchteten aus dem Lager Moria ein.

 

 

 

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